Scheiß auf den Ritter auf weißem Pferd, ich will einen Vampir mit Volvo!

Ich schreibe im Bereich Gay Fantasy. Mir macht Fantasy Spaß, und die Idee, darüber nachzudenken, was wäre, wenn es die mehr oder weniger netten mythischen Wesen gäbe. Wie kämen sie mit ihren spezifischen Bedürfnissen zurecht, wären sie integrierbar und was manifestiert sich in diesen Vampiren, Werwölfen, Dschinnen und Dämonen?

Zum Schreiben kam ich nach dem Besuch einer Ladys Night Twilight. Ernsthaft! Es war eigentlich ein Versehen, ich hatte via Internet für zwei Freunde und mich Karten besorgt und nicht wirklich darauf geachtet, was der Charakter dieser Vorstellung war.

Böses Blut der Vampire erscheint als Graphic Novel zur Leipziger Buchmesse
Böses Blut der Vampire erscheint als Graphic Novel zur Leipziger Buchmesse

Wir betraten gegen zehn vor acht Uhr den Kinosaal; ungefähr 400 Mädels starrten uns an und ihnen stand die Frage ins Gesicht geschrieben: „Was wollen die Kerle hier?“

Ein paar Männer waren auch anwesend, ich schätze, als Strafe für irgendwelche Fußballorgien im Wohnzimmer. Sie litten sichtlich.

Als Kerl beugt man sich der Übermacht natürlich nicht und ein kurzer Seitenblick zu meinen Freunden sah stillschweigende Zustimmung. Das ziehen wir jetzt durch.

Und wir haben es genossen. Vierhundert Mädels im Alter zwischen 15 bis 50, völlig außer Rand außer Band, wenn Werwolf und Vampir auf der Bühne ihr Sixpack oder melancholisches Dauerleiden spazieren führten. Quietscher, Aaaahs und Oooohs aus den Team Jacob und dem Team Edward. Die Mädels standen kurz vor dem Eisprung. Und das ist jetzt nicht böse gemeint, ich fand es herrlich.

Ich will einen Vampir mit Volvo!

Der Höhepunkt aber war die Pause.  Sektempfang für die Mädels! (Warum gibt es eigentlich keinen Jungs-Night?) Man stand an den Tischen, schwärmte und tauschte sich aus. Wir amüsierten uns über die fassungslosen Gesichter der männlichen Begleiter.

Dann gab es einen kurzen Moment, wo der Umgebungslärm sich etwas verringerte. Und in genau diesem Moment floß folgender Satz ziemlich laut und vernehmlich durch die Menge der Anwesenden: „Scheiß auf den Ritter auf weißem Pferd, ich will einen Vampir mit Volvo!“ Gefolgt von einem zustimmenden Seufzer aus vierhundert weiblichen Kehlen

Ich hab mir vor Lachen  – insbesondere als ich die entsetzten Gesichter männlicher Begleiter sah – fast in die Zunge gebissen. Und das war der Moment, wo ich überlegte, selber zu schreiben.

In Erinnerung an mein lang zurückliegendes Politik- und Orientalistikstudium ließ ich mir die Figur eines schwulen Vampirs aus Marokko einfallen, den ich mit seiner Schwester als Gaststudenten in eine Godesberger Familie versetzte. Ein paar Kapitel als Entwurf, mal so als Spaß geschrieben, und an Verlage geschickt. Dem Himmelstürmer Verlag gefiel es und dort erschien dann Hochzeit der Vampire, mittlerweile in zweiter Auflage erhältlich und Beginn einer mehrteiligen Reihe von Urban Fantasy Romanen.

Treffen mit Dr. Carlisle Cullen

Peter Facinelli im BAfMW-Dienstwagen
Peter Facinelli im BAfMW-Dienstwagen

Mit Peter Facinelli, dem Darsteller des Dr. Carlisle Cullen, hatte ich dann vor einigen Wochen das Vergnügen, quasi back to the roots zu kommen. Ich traf ihn während eines Events und war mit ihm in unserem Dienstwagen auf der Autobahn unterwegs.

Meine Handlungen spielen immer regional in Bonn mit Ausflügen nach Marokko, denn ich habe mich schon lange gefragt, warum Fantasyromane seit einiger Zeit in den USA spielen müssen. Die Bonner Uni, das frühere Dipolmatenviertel, aber auch das sächsische Plauen, welches in Böses Blut der Vampire eine wichtige Rolle spielt, bilden den Hintergrund meiner Bücher.

Mit Eifelwölfe entsteht gerade ein neuer Roman, den ich zur Leipziger Buchmesse als Graphic Novel am Stand des Bundesamtes für magische Wesen vorstellen werde, ebenso die auch als Graphic Novel erscheinende zweite Auflage von Böses Blut der Vampire. An der Gay Book Fair nehme ich ebenfalls mit dem Bundesamt für magische Wesen teil.

 

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