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Vom Alltag der Halbgötter: Alan Hollinghursts meisterlicher Roman „Die Sparsholt-Affäre“ ist ein Panorama schwulen Lebens seit 1940

Quelle: Blick auf Blicke – WELT

Auszug: Am Anfang steht ein Kunstwerk. Zu der kleinen, elitären Clique am Christ Church College gehört auch ein Maler, Peter Coyle, der den besten Vorwand hat, sich dem Neuen zu nähern. DavidSparsholt, im Herbst 1940 nicht einmal 18 Jahre alt und kurz vor seinem Eintritt in die Royal Air Force, zieht in das Gebäude gleich gegenüber ein und betört allein durch sein ausgiebiges Hanteltraining die nur unwesentlich älteren Männer des Literaturclubs. „Wie ein griechischer Gott“ erscheint der junge Sparsholt einem Mitstudenten, „wie Clark Gable“ der Antiken-Expertin Jill, der einzigen Frau der Runde. Coyles Porträt, eigentlich nur eine Skizze des muskulösen Torsos, wandert wie eine verbotene heiße Ware von einer Hand in die andere: „Was Peter geschaffen hatte, war das Porträt eines Halbgotts, vom Hals bis zum Knie, das Geschlecht durch einen verschmierten Fleck angedeutet, so konventionell wie ein Feigenblatt, während der Hals sich ins Nichts öffnete, wie der Kelch einer Blüte.“ …

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