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Tokio erkennt gleichgeschlechtliche Partnerschaften an

Damit werden LGBTQ-Paare bei Inanspruchnahme bestimmter öffentlicher Dienstleistungen wie verheiratete Paare behandelt - unter anderem im Krankenhaus.

Mamiko Moda (L) und ihre Partnerin Satoko Nagamura mit ihrem Sohn präsentieren eine Partnerschaftsurkunde über ihre gleichgeschlechtliche Partnerschaft, während sie nach einer Pressekonferenz im Gebäude der Tokyo Metropolitan Government in Tokio am 1. November 2022 für ein Foto posieren. Tokio begann mit der Ausstellung von Partnerschaftsurkunden an gleichgeschlechtliche Paare. (Foto von Yuichi YAMAZAKI / AFP)
Mamiko Moda (L) und ihre Partnerin Satoko Nagamura mit ihrem Sohn präsentieren eine Partnerschaftsurkunde über ihre gleichgeschlechtliche Partnerschaft. (Foto von Yuichi YAMAZAKI / AFP)

Tokio (AFP) – Die Stadtverwaltung von Tokio hat am Dienstag erstmals Zertifikate an gleichgeschlechtliche Paare ausgegeben, die in der japanischen Hauptstadt leben und arbeiten. Damit werden LGBTQ-Paare bei Inanspruchnahme bestimmter öffentlicher Dienstleistungen wie verheiratete Paare behandelt – unter anderem im Krankenhaus.

In Japan haben bereits mehr als 200 kleinere Kommunen Schritte zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften unternommen. Die anerkannten Partnerschaften entsprechen im engeren Sinne nicht den gesetzlichen Ehen. Aber sie bringen sowohl für Einwohner als auch für Berufspendler Verbesserungen bei der Wohnungssuche, medizinischer Versorgung und staatlicher Fürsorge.

Mehr als 200 Kommunen erkennen gleichgeschlechtliche Partnerschaften an

Der einzige leibliche Sohn des Oberhaupts der Yakuzafamilie der Fukagawa zu sein, ist nicht leicht. Vor allem, wenn der Vater den Sohn nicht im Clan aufnehmen will. Da bleibt dem 21-jährigen Shun Fukagawa nur ein Ausweg: Rebellion. Selbst, wenn diese zunächst eher heimlich und im Verborgenen stattfindet. So versucht Shun sich bei jeder Gelegenheit davon zu schleichen, um mehr über die Yakuzafamilie herauszufinden. Als jedoch ein Anschlag auf Shuns Vater verübt wird, ändert sich die Situation. Leider nicht zu Gunsten des Sohnes. Denn dieser bekommt einen Leibwächter an die Seite gestellt, womit auch die heimlichen Aktionen vorbei zu sein scheinen. Gut, dass es da immerhin noch seinen besten Freund Akito gibt, der Shun immer wieder wertvolle Informationen zukommen lässt. Er ist auch ein Mitglied des Yakuza-Clans und steht Shun mehr oder weniger heimlich zur Seite. Was nicht von allen gerne gesehen wird. Das neue Familienmitglied Takeo Suwa alias Shuns neuer Leibwächter ist bereits von Kindheit an auf seine Aufgabe als Beschützer vorbereitet worden und nimmt seine Arbeit sehr ernst. Mit seinem neuen Schützling hat er es allerdings nicht leicht, denn Shuns Temperament und sein Dickkopf bringen sie beide immer wieder in unschöne Situationen, die Takeos ganze Aufmerksamkeit erfordern. Diese Aufmerksamkeit lässt er dem jungen Mann schon nach kurzer Zeit nur allzu gerne zukommen. Und das nicht nur im Sinne eines Bodyguards. Doch eine Beziehung zwischen Leibwächter und Schützling sollte nicht über den Schutz hinausgehen, dessen ist sich Takeo bewusst. Allerdings kann er Shuns unschuldiger und dennoch entschlossener Art nur schwer widerstehen. Zudem ist für ihn das exotische Aussehen seines Schützlings nur ein weiterer Pluspunkt. Dazu kommt, dass Shun an
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“Meine größte Sorge war, dass wir in einer Notaufnahme nicht wie Partner behandelt würden”, sagte Miki der Nachrichtenagentur AFP in ihrer Wohnung in Tokio, in der Fotos von ihr und ihrer 36-jährigen Freundin aus den USA den Kühlschrank schmücken. Bislang hatten beide für den Notfall lediglich einen Zettel mit den Kontaktdaten der Partnerin im Portemonnaie. “Wir hatten den Eindruck, dass offizielle Dokumente der Regierung effizienter sind”, begründet sie den Antrag auf das offizielle Zertifikat.

Bis Freitag beantragten offiziellen Angaben zufolge 137 Paare das Zertifikat bei der Stadtverwaltung von Tokio. “Ich hoffe, dass wir nun Zugang zu verschiedenen Diensten haben werden, ohne unsere Beziehung zu erläutern”, sagte Yoriko, die mit ihrer langjährigen Freundin Soyoka Yamamoto, das Zertifikat erhielt. Die Entscheidung der Stadtverwaltung von Tokio sei “ein großer Schritt nach vorn”.

Japan wird von einer konservativen Partei regiert, die traditionelle Familienwerte hochhält. Aber eine Umfrage des Instituts NHK aus dem Jahr 2021 zeigte, dass inzwischen 57 Prozent der Bevölkerung Verständnis für homosexuelle Beziehungen aufbringen, während 37 Prozent diese ablehnen. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

ao/ck/jes

© Agence France-Presse

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