Politik

US-Abgeordnete wollen gleichgeschlechtliche Ehe durch Bundesgesetz schützen

Mit der Verabschiedung des "Respect for Marriage Act" würden Gesetze, welche die Ehe als reine Verbindung zwischen Mann und Frau definieren, außer Kraft gesetzt.

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Washington (AFP) – Eine Gruppe von Kongressabgeordneten will die gleichgeschlechtliche Ehe in den USA durch ein Bundesgesetz schützen. Die Abgeordneten rund um den Demokraten Jerry Nadler kündigten am Montag einen entsprechenden Gesetzentwurf an. Hintergrund sind Befürchtungen, dass der Supreme Court nach dem Recht auf Abtreibung auch die Homo-Ehe kippen könnte.

Die konservative Mehrheit am Obersten Gerichtshof habe nicht nur das Grundsatzurteil “Roe v. Wade” außer Kraft gesetzt, sondern “auch signalisiert, dass andere Rechte, wie das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe, als nächstes auf dem Hackklotz liegen”, erklärte Jerry Nadler. “Wir können nicht tatenlos zusehen.”

Gleichgeschlechtliche Ehe im Visier des Supreme Courts

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Mit der Verabschiedung des “Respect for Marriage Act” würden Gesetze, welche die Ehe als reine Verbindung zwischen Mann und Frau definieren, außer Kraft gesetzt. Laut dem Gesetzentwurf gälte jeder als verheiratet, “wenn die Ehe in dem Bundesstaat, in dem sie geschlossen wurde, gültig war”, erklärten die Abgeordneten.

Damit hätten gleichgeschlechtliche Paare “zusätzliche Sicherheit, dass sie nach dem Bundesgesetz weiterhin die gleiche Behandlung erfahren wie alle anderen verheirateten Paare – wie es die Verfassung verlangt”, hieß es weiter. Das Vorhaben wird auch von einem republikanischen Senator unterstützt.

Der Supreme Court hatte Ende Juni das verfassungsmäßige landesweite Recht auf Abtreibung gekippt. Die Richter hoben das entsprechende Grundsatzurteil aus dem Jahr 1973 auf, das mit der Bezeichnung “Roe v. Wade” Geschichte geschrieben hatte. Schwangerschaftsabbrüche sind damit zwar nicht automatisch illegal, den einzelnen US-Bundesstaaten steht es jedoch frei, diese zu erlauben, einzuschränken oder gänzlich zu verbieten. Viele konservativ regierte Bundesstaaten haben seitdem Abtreibungen verboten oder zumindest drastisch erschwert.

noe/jes

© Agence France-Presse

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